05/2026 INTERGREEN Newsletter
Trends und Erfahrungen für die professionelle Rasenpflege von den Field Days Osnabrück 2026
Nach dem Exkursionstag am 18. August bei den Field Days Osnabrück stellten die Referenten am zweiten Tag der Veranstaltung ihre konkreten Ergebnisse und Erfahrungen vor. Im Mittelpunkt des Vortragsangebotes standen beispielsweise Schwerpunktbereiche wie sensorgesteuerte Messtechnik oder der ressourcenschonende Umgang mit dem Wasser im Sinne eines nachhaltigen Pflegemanagements:
- Rasenschnittqualität und Auswirkungen auf Pflanze und Ressourcenverbrauch.
- Künstliche Intelligenz in der Rasenforschung.
- Mähroboter in Forschung- und Praxiseinsatz.
- Herausforderungen des Klimawandels und ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen.
Die Teilnehmer der Field Days erhielten über einen QR-Code den Zugang zum Download der Vortrags-Handouts:
Thema:
„Künstliche Intelligenz in der Rasenforschung – KI als besserer Experte“
Referent: Prof. Dr. Thomas Rath, HS Osnabrück
Mit seinem Einstieg in die Möglichkeiten zur Nutzung der KI für die Rasenforschung und Rasenanwendung führte Prof. Rath die Teilnehmenden in die Grundlagen der KI-Entwicklung ein. Dabei ging es zunächst um die automatische Generierung von „Wenn-Dann-Regeln“ mit Hilfe von Rechnerkapazität.
Daraus abgeleitet stellte er das Prinzip der generativen „Pre-trained Transformer“ vor, um schließlich auf der Grundlage erlernter Algorithmen konkrete Anwendungen beispielhaft vorzustellen. So beschäftigt sich das Institut mit der Phenotypisierung von Rasenflächen (Genotyp).
Thema:
„Rasenschnittqualität – Auswirkungen auf Pflanze u. Ressourcenverbrauch“
Referent: Maximilian Karle, KORA
Maximilian Karle berichtete über sein Forschungsprojekt zur Beurteilung der Schnittqualität bei unterschiedlichen Mäh-Systemen. Hierbei nutzte er neben etablierten Methoden zur visuellen Bonitur des Blattschnittindex auch eine erweiterte „High-throughput Methode“ mit KI-Unterstützung. Auf diese Weise konnte er die Auswirkungen verschiedener Schnittqualitäten auf die Pflanzenvitalität und den Trockenstress dokumentieren.
Aus diesen Daten lassen sich unterschiedliche Trockenstresslevel in Abhängigkeit vom Blattschnittindex ableiten. In der Praxis können auftretende Schnittmuster zur Bewertung von Rasenmähern im Hinblick auf Wasserstress bei Rasenflächen herangezogen werden.
Thema:
„Mähroboter in der Forschung – Neueste Ergebnisse aus Skandinavien und Italien“
Referent: Anne Friederike Borchert, NIBIO
Das Projekt „Fairways4Future“ wurde von Anne F. Borchert anhand einiger Einzeluntersuchungen vorgestellt. Das Ziel ist es, hochwertige Fairway- und Semi-Rough-Flächen beim Einsatz von Mährobotern zu entwickeln. Dabei wurden Parameter wie Schnitthöhe, Kleebesatz bei unterschiedlichen N-Düngungsvarianten sowie Bodenverdichtungen bewertet. Besonders auffällig in den Untersuchungen war, dass sich der Klee sehr schnell an das Mähen mit dem Roboter und die oft gleichbleibende Schnitthöhe anpasst.
Referent: Referent: Mattia Fontani, Universität Florenz und Pisa
Aus Italien berichtet Mattia Fontani über verschiedene Versuchsanstellungen beim Einsatz von Mährobotern. Dabei wurde untersucht wie sich die unterschiedlichen Mähmuster auf Rasenqualität und Rasenfarbe auswirken. Die Versuche wurden sowohl mit Kaltzonen-Gräsern (Festuca arundinacea) und Warmzonen-Gräsern (Zoysia matrella) durchgeführt.
Als Schlussfolgerung konnte festgestellt werden, dass sich der Wechsel der Mährichtung während der Mähzyklen positiv auf Rasenfarbe und Rasenqualität ausgewirkt haben.
Thema:
„Mähroboter im Praxiseinsatz: Erfahrungsberichte aus der Praxis“
Referent: Marius Schulze, Sommerfeld AG
M. Schulze konnte aus seinen umfangreichen Praxiserfahrungen mit der Einführung von Mährobotern auf Golfanlagen berichten.
Er nannte wichtige Kriterien bei der Entscheidung für das „richtige“ Mähsystem.
- Empfang der GPS/Funksignale auf der Golfanlage,
- Baumbestand auf und im Umfeld der Mähflächen,
- Ebenflächigkeit bei den Spielelementen.
Aus seiner Betrachtung benötigen Mähroboter eine intensive Betreuung bezüglich Reinigung, Klingenwechsel oder Fehlerbehebung.
Für sporadische Wintereinsätze muss herkömmliches Mähequipment vorgehalten werden.
Beim Praxisvergleich zwischen traditionellen Mähern und Mährobotern im Rahmen des Projektes „H2Mow“ werden beim GC Großensee Daten bezüglich Trockenstress auf dem Fairway mit Messungen zur Farbausprägung , Rasenqualität und Bodenfeuchte erhoben. Ein Zwischen-Fazit des Head-Greenkeepers Heiko Tock lautete: „Golfer bevorzugen die Mähroboter-Flächen!
Fazit
Bei den präsentierten Forschungsthemen sowohl im Versuchsfeld, als auch bei der Auswahl der Referate-Themen, standen der Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf den Rasen insbesondere beim Ressourcenverbrauch ebenso im Fokus, wie die Bedeutung der Sensortechnik zur Erfassung von Daten im Hinblick auf KI-gestützte Pflegemodelle.
Die Field Days Osnabrück 2026 zeigten beispielhaft, wie moderner Wissenstransfer funktionieren kann: Forschung wird erlebbar, Praxis wird zum Impulsgeber und internationale Netzwerke werden zu einem Motor für Innovation.
Als Förderer der Forschungseinrichtung KORA unterstützt die INTERGREEN AG diese Initiative zur Stärkung des Wissenstransfers für faktenbasierte Ergebnisse in der Rasenforschung.
Quellenhinweis:
- Programm Field Days Osnabrück 2026:
www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/HSOS/Homepages/Kompetenzzentrum-Rasen/pdf/Field-Day_Einladung.pdf - Vortrags-Handouts, 2026:
https://netcase.hs-osnabrueck.de/index.php/s/JXsP43KbfpY76dE/authenticate
Autor
Dr. Klaus Müller-Beck,
E-Mail: klaus.mueller-beck@t-online.de