Fallbeispiel: Sanierung Rasenplatz - Jugenddorf Gnewikow
64. Report-Ausgabe

Fallbeispiel:

Sanierung Rasenplatz - Jugenddorf Gnewikow

Nur rund 80 Kilometer nördlich von Berlin liegt das moderne Jugenddorf am Ruppiner See – eingebettet in das seenreiche Ruppiner Land und umgeben von einem 12 Hektar großen Gelände, das jungen Menschen ganzjährig Raum für Bewegung, Begegnung und Bildung bietet.

Das Jugenddorf beherbergt pro Saison viele junge Gäste, darunter Schulklassen, Vereine und Jugendgruppen. In der Vor- und Nachsaison nutzen zahlreiche Schulungsgruppen die modern ausgestatteten Seminarräume für Trainings und Workshops. In den wärmeren Monaten lädt die weitläufige Liegewiese direkt am Ruppiner See zum Entspannen ein; Rad-, Paddel- Touren gehören zu den beliebtesten Freizeitangeboten.

Der Rasenplatz ist ein zentraler Baustein für den sportlichen Aufenthalt der Gäste. Ob Fußballturniere, Trainingslager, Teamspiele oder sportpädagogische Programme – täglich wird die Fläche intensiv genutzt. Um die Qualität der Angebote langfristig zu sichern, wurde eine umfassende Sanierung des in die Jahre gekommenen Platzes notwendig.

Im Rahmen der Sanierung des Rasenplatzes wurde durch den INTERGREEN - Partnerbetrieb Schmitt Sportstättenbau GmbH, eine technisch und nachhaltig anspruchsvolle Sportstättenbaumaßnahme umgesetzt. Ziel der Maßnahme war es, einen dauerhaft belastbaren Naturrasenplatz unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten, der vorhandenen Bodenverhältnisse und der eingeschränkten Wassernachspeisung herzustellen.

Zu Beginn der Bauarbeiten erfolgte der vollständige Abtrag des vorhandenen Altrasens. Der dabei anfallende Oberboden wurde nicht entsorgt, sondern gezielt im Randbereich des Spielfeldes wieder eingebaut. Auf diese Weise konnte eine natürliche Geländemodellierung in Form einer Naturtribüne geschaffen werden, die sich harmonisch in das Umfeld des Jugenddorfes einfügt und gleichzeitig zusätzliche Aufenthaltsqualität bietet.

Anschließend wurde die bestehende Rasentragschicht ausgebaut und gesichert, um sie im weiteren Bauablauf wiederverwenden zu können. Dieses Vorgehen stellte einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit dar. Nach dem Ausbau erfolgte die Herstellung des Grundplanums, einschließlich eines präzisen Geländeausgleichs, um die erforderlichen Ebenheiten und Gefälle-Neigungen für ein regelkonformes Spielfeld sicherzustellen.

Im nächsten Schritt wurden rohrlose Drainagen direkt im Baugrund eingebaut. Diese gewährleisten eine schnelle Ableitung von überschüssigem Niederschlagswasser und bilden die Grundlage für eine ganzjährig hohe Bespielbarkeit des Rasens. Darauf aufbauend erfolgte der Einbau der neuen Unterflurberegnungsanlage. Aufgrund der standortbedingt geringen Wassernachspeisung wurde die Beregnung um eine flexible Zisterne mit integrierter Druckerhöhungsanlage ergänzt. Dieses System ermöglicht eine bedarfsgerechte, gleichmäßige Bewässerung der gesamten Spielfläche.

Nach Abschluss der Beregnungsarbeiten wurde eine Sorptions- und Speicherschicht hergestellt. Hierbei kamen anteilig aufbereitete Materialien der alten Rasentragschicht zum Einsatz. Zur Optimierung der Wasserhaltefähigkeit sowie der Nährstoffverfügbarkeit wurde die Speicherschicht zusätzlich mit Bodenverbesserungsmitteln und einer Grunddüngung angereichert. Ergänzend dazu wurden Drainschlitze eingebaut, um die vertikale Entwässerung weiter zu verbessern und Staunässe zuverlässig zu vermeiden.

Im Anschluss erfolgte die Herstellung der neuen Rasentragschicht als standortspezifische Eigenmischung. Die zuvor ausgebaute alte Rasentragschicht wurde über eine Siebanlage aufbereitet und mit definierten Zuschlagsstoffen, unter anderem Sand 0–2 mm sowie Sand 0–4 mm, versetzt. Diese Mischung gewährleistet eine ausgewogene Kombination aus Wasserdurchlässigkeit, Wasserspeichervermögen und Tragfähigkeit. Die Rasentragschicht wurde fachgerecht eingebaut, profiliert um optimale Voraussetzungen für die spätere Rasenentwicklung zu schaffen.

Noch vor Beginn der Winterperiode wurde die Spielfläche mit der Sportrasenmischung RSM 3.1 eingesät. Ziel dieser frühen Einsaat war es, bei günstigen Witterungsbedingungen bereits einen ersten Auflauf des Saatguts zu erreichen und somit einen Vegetationsvorsprung für das Frühjahr 2026 zu erzielen.

Die Maßnahme wurde mit dem klaren Ziel umgesetzt, den Rasenplatz im kommenden Jahr so früh wie möglich für den Spielbetrieb freizugeben. Voraussetzung hierfür ist ein Rasendeckungsgrad von mindestens 90 %, welcher ausschließlich durch eine konsequente, intensive und fachgerechte Fertigstellungspflege erreicht werden kann. Diese umfasst insbesondere eine bedarfsgerechte Bewässerung, Nachsaaten, Düngemaßnahmen sowie regelmäßige Pflegemaßnahmen zur Förderung einer dichten und belastbaren Grasnarbe

Partnerprofil:

Seit Ende der 70er Jahre ist der Name Schmitt ein fester Begriff unter Deutschlands Sportplatzexperten. Seither wurden über 1.400 Sportplätze gebaut, saniert oder regeneriert.

Weitere Infos zur Schmitt GmbH
Jugenddorf Gnewikow mit Blick auf die Sportanlage.
Jugenddorf Gnewikow mit Blick auf die Sportanlage. (Foto: Fa. Schmitt)
Sportrasenplatz in der Sanierungsphase.
Sportrasenplatz in der Sanierungsphase. (Foto: Fa. Schmitt)

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