Rasenforschung bekommt Unterstützung durch Verbände und Unternehmen
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Rasenforschung bekommt Unterstützung durch Verbände und Unternehmen

Auf Einladung der Hochschule Osnabrück tagte - in Abstimmung mit der Deutschen Rasengesellschaft e.V. - der Beirat zum Kompetenzzentrum Rasen (KORA) am 26. November 2025 an der Hochschule in Osnabrück. Bei diesem Treffen stand die neue Einrichtung KORA mit den anstehenden Aktivitäten im Fokus.

Zu Beginn der Sitzung wurde mit einer Schweigeminute dem im Mai plötzlich verstorbenen Rasenwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Prämaßing gedacht.
Mit dem KORA soll nun die Initiative der Deutschen Rasengesellschaft zur Etablierung der Rasenforschung an deutschen Hochschulen fortgesetzt werden.

 

Jahrestreffen des Beirats „Kompetenzzentrum Rasen KORA“ an der HS Osnabrück mit den anwesenden Mitgliedern.
Abb. 1: Jahrestreffen des Beirats „Kompetenzzentrum Rasen KORA“ an der HS Osnabrück mit den anwesenden Mitgliedern.

(von li. nach re.): Dr. Klaus Müller-Beck (DRG), Roberto Chabou (INTERGREEN AG), Cord Schumann (DSV), Alexander Kühn (HS OS), Timo Blecher (Feldsaaten Freudenberger), Daniel Hunt (HS OS), Dr. Harald Nonn (DRG), Prof. Martin Thieme-Hack (HS OS), Maximilian Karle (HS OS), Dr. Michael Schlosser (Juliwa-Hesa), Steffen Schweer (Nebelung), Thomas Fischer (iNova), Jan Cordel (HS OS), Frank Sommerfeld (Sommerfeld AG), Tobias Gerwing (GVD), Benedikt Wullengerd (DRV), Foto: Levi Ellmers (HS OS)

Externe Förderung erforderlich

Die Lehr- und Forschungsaufgaben des Kompetenzzentrums Rasen werden derzeit weiterhin von 17 Förderern ideell und finanziell unterstützt. Die Deutsche Rasengesellschaft tritt als Mittler und Vertragspartner mit der Hochschule auf. Dieses Engagement ist bis 2026 durch jährliche Förderbeiträge gesichert.
Die Dekanin, Prof. Dr. Karin Schnitker, berichtete im ersten Teil der Sitzung über die Re-Akkreditierung Im Bereich der Landschaftsarchitektur und die damit verbundenen Maßnahmen zur Ausgestaltung und Fortführung der Rasenwissenschaft an der HS Osnabrück. Grundsätzlich geht es darum, bei sinkenden Zahlen der Studierenden eine ausreichende Anzahl für das Modul Rasen zu interessieren. Hier kann das Netzwerk der beteiligten Förderer durchaus genutzt werden. „Angewandte Rasenwissenschaften“ bleibt als Schwerpunkt im Studiengang „Angewandte Pflanzenwissenschaften“ erhalten.

Nationale und internationale Projektforschung für die Praxis

Den Teilnehmern wurden zahlreiche Projekte aus dem laufenden Forschungsumfang vorgestellt, dabei handelt es sich sowohl um Antrags- als auch Auftragsforschung.
Inzwischen liegt auch eine umfangreiche Liste der abgeschlossen Projektarbeiten vor, die auf der Homepage bei KORA (2025) zu finden ist.
Hier soll beispielhaft auf einige Forschungsthemen hingewiesen werden.

 

Forschungsprojekte auf der Versuchsfläche des Kompetenzzentrums Rasen KORA.
Abb. 2: Forschungsprojekte auf der Versuchsfläche des Kompetenzzentrums Rasen KORA. (Quelle: KORA,2025)
  • ReMoCut-REEL MOWER CUTTING QUALITY
    Das Ziel dieser Versuchsreihe liegt in der Entwicklung einer verbesserten Schnitttechnik im Vergleich zu den herkömmlichen Spindel- und Sichelmähwerken, um zum einen das Schnittbild zu verbessern, die Zellstrukturen zu schonen und die Krankheitsanfälligkeit zu minimieren, bzw. dessen Toleranz zu erhöhen.

  • FAIR-WATER WP3
    Ziel dieser Untersuchungen ist, ob Bodenbenetzungsmittel (Wetting Agents) in Kombination mit trockenheitstoleranten Saatgutmischungen die Performance von Golf-Spielbahnen (Fairways) auf sandigen Standorten verbessern können.

  • NNuRKlima - Nachhaltige Nutzung urbaner Rasenflächen im Klimawandel
    Ziel des Forschungsprojektes ist es, Vor- und Nachteile von städtischen Rasenflächen zu analysieren und zu bewerten, um daraus nachhaltige Pflegemanagementansätze für urbane Rasenflächen zu entwickeln. Dabei sollen unter Berücksichtigung des Klimawandels soziale und ökologische Qualitäten vereint werden.

  • GeRaEx – Einfluss unterschiedlicher Stickstoffgaben auf Rasengräser unter extensiven Pflegebedingungen
    Das Forschungsprojekt GeRaEx (Gebrauchsrasen extensiv) befasst sich mit der Frage, wie sich eine reduzierte Düngeintensität auf die Entwicklung und Leistungsfähigkeit von Rasengräsern auswirkt.

 

Praktiker aus dem Beirat Kompetenzzentrum Rasen KORA.
Abb. 3: Praktiker aus dem Beirat Kompetenzzentrum Rasen KORA. Von li., Roberto Chabou (INTERGREEN-Aufsichtsrat, Schmitt Sportstättenbau), Benedikt Wullengerd (Vorsitzender Deutscher Rollrasenverband, DRV), Jan Cordel (Lehrbeauftragter HS Osnabrück, Cordel Bau).

Networking zum Ideenaustausch

Durch die sehr unterschiedliche Besetzung des Beirats ergeben sich bei den Teilnehmern interessante Bewertungen und Einschätzungen für die Arbeitsrichtung der zukünftigen Forschungsaktivitäten.
So formulierte aus dem Kreis der Teilnehmer Roberto Chabou, Aufsichtsratsmitglied der INTERGREEN AG, klare Vorstellungen:
„In der heutigen Zeit sind die Anforderungen an den Qualitätsstandard von Rasenflächen auf einem sehr hohen Niveau. Insbesondere bei der Abnahme von Bauprojekten im Sportplatzbau ist es hilfreich, wenn klare Parameter zur Bestimmung von Qualitätsstandards herangezogen werden können. Da ist es nur zu begrüßen, wenn technische Verfahren zur Bestimmung der Standards erarbeitet werden.“

Für die INTERGREEN AG sind Innovationen und technische Verbesserungen immer ein wichtiger Faktor gewesen, insofern bietet sich die Unterstützung dieser Forschungseinheit an.

 

Quellenhinweis:

Autor: Dr. Klaus G. Müller-Beck

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